Ausbreitung

Die Herkunft der Familie ist noch nicht vollständig erforscht. Sie könnte wegen des alemannischen Namens „Hoyningen“ vom Oberrhein aus Hüningen bei Basel (heute Huningue in Frankreich) stammen. Der Name taucht erstmals in Hönningen an der Ahr im Rheinland auf. Dort erscheint er urkundlich (bei einer Grundstücksschenkung) 1176 mit Erenbold de Hoingen, dann 1365–1383 mit Johann von Hoingen, Schöffe zu Ahrweiler, und später (4. April 1447) mit Henricus von Hoyngen als Schöffe zu Bonn.

  • Siegel des Henricus von Hoyngen von 4.4.1447, Schöffe zu Bonn, kurfürstl. köln. Vogt des Bonner Schöffengerichts (Orig. mit Siegel im Hist. Archiv der Stadt Köln)

Vom Rheinland aus sollen Angehörige der Familie (der Familienüberlieferung nach Jobst von Hoyngen genannt Hune, gefallen 1480, verh. mit Anna von Dumpian) später nach Kurland (Baltikum) in den Deutschen Ordensstaat gelangt sein. Deshalb gilt das Geschlecht heute als baltische Familie

Die gesicherte Stammreihe beginnt mit Johann von Hoynge(n) genannt Hu(e)ne (Sohn von Jobst von Hoyngen genannt Hune) am 19. September 1500 urkundlich. Er wurde von dem Ordensmeister Wolter von Plettenberg mit Ländereien an der Sessau und an der Aa belehnt.

Später kamen in Kurland die Güter in Feldhof, Jostan, Kleinbersteln, Subern, Sirmeln, Zunzen und Großsatticken hinzu. Außerdem war die Familie in den späteren russischen Ostseegouvernements zu Addila, Collef, Eckhof, Feldhof, Heimar, Jedefer, Kadvel, Kelp, Pobbirzen, Rahden, Wagninnen und Wannemois sowie im Gouvernement Cherson zu Serebrennoe besitzlich.

Barthold von Hoyngen genannt Huene und seine Brüder wurden am 17. Oktober 1620 bei der ersten Klasse der Kurländischen Ritterschaft immatrikuliert. Von Kurland aus, wo die Hoyningen nie sehr zahlreich vertreten waren, gelangten Angehörige der Familie schon früh nach Litauen. Dort dienten sie als Offiziere im polnischen Heer und erwarben auch zahlreichen Grundbesitz. Der aus dem litauischen Stamm, Linie Lechts, kommende Otto Eberhard von Hoyningen genannt Huene wurde um 1780 bei der Estländischen Ritterschaft immatrikuliert. Die Vettern Georg, livländischer Hofgerichtspräsident, und Hermann von Hoyningen genannt Huene auf Fehsen, kaiserlich russischer Major, wurden im Juni 1818 bei der Livländischen Ritterschaft immatrikuliert, ebenso Friedrich Baron von Hoyningen genannt Huene auf Lechts am 24. Februar 1898. Den Nachkommen des aus dem litauischen Stamm, Linie Waimastfer, hervorkommenden und 1784 gestorbenen niederländischen Majors Georg Friedrich von Hoyningen genannt Huene auf Waimastfer wurden im März 1911 die Zugehörigkeit zur Estländischen Ritterschaft durch Beschluss der Matrikelkommision anerkannt.

Der kurländische Hofmarschall Marten von Hüenegen genannt Hüene begleitete 1616 seinen Herren Herzog Wilhelm auf der Flucht aus Kurland. Mit seiner zahlreichen Nachkommenschaft wurde das Geschlecht auch in Estland und Ösel sesshaft. Aus dem estländischen Stamm erhielt Karl Friedrich von Hoyningen genannt Huene auf Heimar, Addila usw. am 6. Februar 1729 das Indigenat (Einbürgerung) sowie am 24. Januar 1746 die Immatrikulation bei der Estländischen Ritterschaft. Seine Nachkommenschaft wurde 1905 bei der Livländischen Ritterschaft immatrikuliert.

Johann Berend von Hoyningen genannt Huene auf Heimar wurde 1785 bei der Öselschen Ritterschaft immatrikuliert. Der ebenfalls aus dem estländischen Stamm kommende Ernst Baron von Hoyningen genannt Huene, kaiserlich russischer Staatsrat, erhielt am 6. März 1925 unter der Nummer 13 eine Eintragung in das Adelsbuch der sächsischen Stiftung für Familienforschung.

Zu verschiedenen Zeiten kehrten einige Angehörige des Stammes von Kurland aus nach Deutschland zurück. Ein Zweig kam nach Fürstenau im Fürstbistum Osnabrück und von da aus nach Kurhessen. Dort waren die Hoyningen zu Niederbeisheim bei Homberg unter dem Namen von Huyn sesshaft. Mit dem Tod der beiden Brüder Johann Christoph, er fiel als hessischer General 1780 zu New York während des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges, und Wilhelm Carl, gestorben 1795 zu Niederbeisheim als hessischer Generalleutnant und Kommandeur des Leibdragonerregiments, erlosch dieser hessische Zweig.

Ein anderer Zweig gelangte mit Christoph Wilhelm von Hoiningen genannt Huene (1757-1814), der in königlich preußische Militärdienste trat, von Kurland nach Preußen. Einer seiner Nachkommen, Heinrich Georg Wilhelm von Huene, starb 1858 als königlich preußischer Generalleutnant außer Dienst. Während seiner Dienstzeit stand er unter anderem als Platzingenieur dem Festungsbau von Koblenz und Ehrenbreitstein vor und war zuletzt Inspekteur der 3. Ingenieurinspektion zu Koblenz. Sein Sohn wurde königlich preußischer Bergmeister zu Siegen und später zu Unkel am Rhein.

Nach dem 1. Weltkrieg emigrierten die meisten Familienmitglieder aus dem Baltikum. Der eine Teil übersiedelte nach Deutschland, der andere Teil wanderte nach USA und Kanada aus.

 

Ein am 1. März 1874 zu Reval gegründeter Familienverband hält alle 2 Jahre Familientage ab. Vorsitzende ist seit 2013 Dr. Iris Freifrau v. Hoyningen-Huene, geb. v. Detten.

Die Familie ist evangelisch, katholisch und russisch-orthodox.